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Dienstag, 20. April 2010

Aschewolke über Europa: Ticker: Eurocontrol sieht merkliche Entspannung am Himmel

Die Aschewolke aus Island behindert nun schon am sechsten Tag den Flugverkehr in Europa.

14.12 Uhr: Britisches Kriegsschiff nimmt Urlauber auf

Ein britisches Kriegsschiff ist am Dienstag in der nordspanischen Hafenstadt Santander eingetroffen, um von dort aus Soldaten und gestrandete Touristen nach Großbritannien zurückzubringen. Die HMS Albion werde am Nachmittag mit 250 aus Afghanistan zurückgekehrten Soldaten und 200 Zivilisten zurückfahren, die durch die Aschewolke in Spanien festsaßen, sagte ein Sprecher der britischen Botschaft. Unter den Zivilisten seien diejenigen ausgewählt worden, die besonders dringend in die Heimat zurückmüssten. Der britische Premierminister Gordon Brown hatte am Montag angekündigt, im Ausland festsitzende Briten mit Kriegsschiffen der Marine zurückzuholen. Neben der HMS Albion sind zwei weitere Kriegsschiffe unterwegs. +++

13.23 Uhr: Eurocontrol sieht merkliche Entspannung am Himmel

An Europas Himmel wird es wieder geschäftiger: Die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol rechnete am Dienstagmittag damit, dass rund 50 Prozent der eigentlich für den Tag geplanten Flugverbindungen gewährleistet werden können. Das wäre eine merkliche Entspannung - verglichen mit den fast 80 Prozent Ausfall vom Sonntag und den nahezu 70 Prozent vom Montag. Wie die Behörde in Brüssel weiter mitteilte, bleibt die Aschebelastung allerdings vorerst vor allem in Nordwest-Europa eine Gefahr. Daher sei auch weiter mit Flugverboten zu rechnen. "Wann die Dinge wieder ganz zur Normalität zurückkehren, ist jetzt noch nicht abzusehen", sagte eine Sprecherin. Allerdings sei jenseits von sechs Kilometern Höhe schon wieder der komplette europäische Luftraum frei.

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13.12: WHO sieht keine Gesundheitsgefahr durch Aschewolke

Die von einem isländischen Vulkan ausgestoßene Asche stellt der WHO zufolge für die Menschen in Europa bislang keine Gefahr da. Lediglich in der Umgebung des Eyjafjallajökull auf Island selbst gebe es Anlass zur Sorge, sagte Carlos Dora von der UN-Gesundheitsbehörde am Dienstag in Genf. Wer in der Nähe des Vulkans wohne, solle sich nicht im Freien aufhalten oder einen Mund- und Augenschutz tragen. Am gefährlichsten seien dabei die kleinsten Partikel, die Tief in die Lunge gelangen könnten, sagte Dora. Sie seien allerdings noch "sehr hoch in der Luft". Die Wetterbedingungen könnten dazu führen, dass sich die Wolke auflöse, bevor die Asche zu einem Problem werde.

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12.29 Uhr: Lufthansa startet Messflug über Europa

Die Deutsche Lufthansa will einen eigenen Messflug zur Untersuchung der Vulkanaschewolke im europäischen Luftraum unternehmen. Dazu sollte am Nachmittag in Frankfurt ein speziell ausgerüsteter Langstreckenjet vom Typ Airbus A340-600 starten und mehrere Stunden unterwegs sein, teilte das Unternehmen mit. Das Flugzeug sollte den Klimaforschungscontainer "Caribic" an Bord haben. Die Untersuchung erfolge in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Die Wissenschafter erwarteten sich Werte zur Vulkanaschekonzentration und -verteilung über Europa. Es handele es sich um den ersten weiträumigen Messflug im europäischen Luftraum.

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12.19 Uhr: BMW unterbricht wegen europäischen Flugverboten die Produktion

BMW stoppt infolge der Flugverbote Teile seiner Produktion. Schon am Dienstagabend würden im Werk Dingolfing zur Spätschicht die Bänder angehalten, sagte ein Sprecher des Münchner Autokonzerns am Dienstag. Am Mittwoch und Donnerstag werde dann die Produktion an den Standorten München und Regensburg unterbrochen. Durch den vorübergehenden Produktionsstopp verzögere sich die Fertigung von rund 7000 Fahrzeugen. Hintergrund der Unterbrechungen sei, dass Bauteile für die Elektronik der Autos und der Innenausstattung, die der Konzern normalerweise per Luftfracht geliefert bekommt, durch die Flugverbote innerhalb Europas zeitweise nicht mehr verfügbar seien. +++
11.56 Uhr: Auswertung des Forschungsfluges läuft

Nach dem Forschungsflug in die Vulkanaschewolke über Deutschland lief die Auswertung der Daten am Dienstagvormittag auf Hochtouren. "Die Wissenschaftler haben bis in die frühen Morgenstunden gearbeitet", sagte der Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Andreas Schütz, in Oberpfaffenhofen bei München. "Wir hoffen, heute Daten übergeben zu können." Die Auswertung soll unter anderem an das Bundesverkehrsministerium und den Deutschen Wetterdienst als Auftraggeber gehen. Am Montagnachmittag war das DLR-Forschungsflugzeug Falcon 20 E quer über Deutschland geflogen und hatte Dichte und Konsistenz der Aschewolke sowie die Größe der Teilchen gemessen. Nach dem ersten Augenschein habe es keine Schäden an der Maschine gegeben, sagte Schütz. Derzeit würden die Triebwerke jedoch nochmals genau untersucht.

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11.50 Uhr: Flugverbote bis Dienstag 20 Uhr verlängert

Die Deutsche Flugsicherung hat die Sperrungen des deutschen Luftraums bis Dienstag 20 Uhr verlängert. Dies sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Flüge nach Sichtflug sind aber von diesem Flugverbot ausgenommen.

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11.42 Uhr: Island bestätigt: Keine neue Vulkanasche nach Europa

Aus Island kommt kaum noch neue Vulkanasche auf den europäischen Kontinent. Wie das Meteorologische Institut in Reykjavik am Dienstag mitteilte, stößt der Vulkan unter dem Gletscher Eyjafjallajökull jetzt nur Lava und "fast reinen Wasserdampf" aus. Die dennoch erneut zunehmenden Probleme für die Luftfahrt in mehreren europäischen Ländern würden ausschließlich durch Verschiebungen der schon vorhandenen Wolke über dem Kontinent herrühren. Die Experten auf der Atlantikinsel widersprachen damit Angaben des Meteorologischen Institut in London aus der Nacht, wonach "die Eruption sich verstärkt hat und sich eine neue Aschewolke in südöstlicher Richtung auf Großbritannien zubewegt". Die Wetterbehörde in London vermied es am Vormittag allerdings, erneut von einer "neuen" Wolke zu sprechen.

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11.39 Uhr: Ramsauer gibt Regierungserklärung zu Luftsicherheit

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gibt heute im Bundestag wegen der massiven Behinderungen im Luftverkehr eine Regierungserklärung ab. Das teilte der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Peter Altmaier (CDU), am Dienstag in Berlin mit. Es sei nicht Aufgabe der Politik, sachliche Bewertungen zu treffen, ob Flugzeuge starten dürfen oder nicht. Dafür seien andere Stellen zuständig. "Für uns geht es darum: Die Sicherheit hat Vorrang", sagte Altmaier. Die Politik werde keinen Druck auf Flugunternehmen ausüben, die Flüge wieder aufzunehmen.

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11.27 Uhr: Kenias Blumenfarmen vernichten tausende Rosen

Der gestörte Flugverkehr in Europa hat gravierende Folgen für die kenianische Blumenindustrie. "Unsere Kühlhäuser sind brechend voll", berichtete der niederländische Besitzer der Blumenfarm Maridadi, Jack Kneppers. Seit Donnerstag konnten die Hersteller im zentralkenianischen Anbaugebiet Rift Valley tausende Schnittblumen, meist Rosen, nicht mit Flugzeugen nach Europa verschicken. Zu Wochenbeginn entschlossen sich die Blumenfarmer schließlich, einen Teil ihrer bereits geernteten Produktion zu zerstören. Die von der Aschewolke ausgelösten Störungen im Flugverkehr von und nach Europa kommen laut Kneppers "zum schlechtesten Zeitpunkt", da am 9. Mai in Europa Muttertag gefeiert wird und die Nachfrage nach Blumen groß sei. Aus Kenia stammt rund ein Drittel aller in Europa verkauften Schnittblumen.

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11.22 Uhr: Piloten müssen Asche-Risiko selbst abwägen

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat die Verantwortung der Piloten bei den derzeitigen Flügen über Deutschland betont. Es werde teilweise nach Sicht geflogen. "Von den Verfahren her ist das absolut sicher, was die Aschewolke angeht, können wir das nicht sagen - das muss der Pilot selbst entscheiden", sagte DFS- Sprecher Axel Raab am Dienstag am Frankfurter Flughafen.

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10.54 Uhr: Tui fliegt 11.000 gestrandete Urlauber heim

11.000 gestrandete Urlauber können aufatmen: Deutschlands größter Reiseveranstalter Tui will sie am Dienstag nach Hause fliegen. "Bis Mitternacht haben wir alle Starts ab Deutschland abgesagt. Die Rückholaktionen haben Vorrang", sagte ein Tui-Sprecher. Neben 19 Maschinen von Tui-Fly seien noch 15 andere, darunter zwei Jumbos, gechartert worden. Sämtliche Feriengäste, die auf der Kanareninsel Teneriffa auf den Heimflug gewartet hatten, waren am Morgen in Deutschland angekommen. 17 Maschinen bringen insgesamt 2500 Urlauber von Mallorca aus zu den Flughäfen Hannover, Leipzig, Köln und Düsseldorf.

Die Tui plant von Mittwoch an wieder einen normalen Flugbetrieb. Die Gäste, die am Mittwoch in den Urlaub fliegen sollten, werden über geänderte Abflugzeiten informiert. Dazu hat der Reiseveranstalter eine Hotline eingerichtet (Tel. 0511/5678000).

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10.22 Uhr: Besuch von US-General McChrystal verschoben

Die Anfang der Woche wegen des Flugverbots über Europa abgesagten Gespräche von US- General Stanley McChrystal zu Afghanistan sind nun für diesen Mittwoch in Berlin geplant. Eine Sprecherin der US-Botschaft in Berlin sagte am Dienstag, es sei vorgesehen, dass McChrystal an dem Tag in der Stadt sei und Termine wahrnehme. Der Kommandeur der Afghanistan-Schutztruppe ISAF sollte ursprünglich bereits am Montag Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) treffen.

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9.40 Uhr: Dänischer Luftraum bleibt auch Dienstag dicht

In Dänemark sind auch am Dienstag keine Starts oder Landungen von Flugzeugen möglich. Die nationale Luftfahrtbehörde hat die Sperrung aller Flugplätze bis 2 Uhr am Mittwochmorgen verlängert. Sie begründete die Maßnahme mit dem anhaltenden Zustrom von Vulkanasche aus Island.

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9.04 Uhr: Eurocontrol: Luftraum in großen Teilen wieder frei

Der Himmel rund um Deutschland öffnet sich wieder: Mit den seit Dienstagmorgen geltenden neuen Regeln für Flugverbote in Europa darf wieder in weitaus mehr europäischen Gebieten geflogen werden. Nach Angaben der europäischen Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel liegt Deutschland, wo der Luftraum noch komplett geschlossen ist, inzwischen am Rand der Sperrgebiete. Mit Stand 8.45 Uhr lag Deutschland an der östlichen Grenze des gesperrten Luftraums. Tschechien, Südpolen und das östliche Österreich waren bereits frei. Nur noch ein Korridor im nördlichen Polen blieb gesperrt. Auch der Luftraum über großen Teilen Frankreichs war am Dienstag offen. Das Zentrum der Sperrzone lag in etwa über der Nordsee. Norwegen und der größte Teil Schwedens waren frei. Ein Ausläufer der Sperrzone zog sich noch über Dänemark, Südschweden und Finnland. Das Gebiet über Großbritannien und Irland war wie in den Tagen zuvor noch mit Flugverboten belegt.

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8.07 Uhr: Air Berlin erwägt Bitte um Staatshilfe

Wegen der finanziellen Ausfälle durch die Aschewolke schließt Air Berlin eine Bitte um Staatshilfen nicht aus. "Wenn wir zum Normalbetrieb zurückgekommen sind, werden wir sicherlich ein Fazit ziehen und dann werden wir gucken, ob wir hier nicht eine vergleichbare Situation mit den Terroranschlägen vom September 2001 haben", sagte der Vorstandsvorsitzende von Air Berlin, Joachim Hunold. Er reagierte damit am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk auf die Frage, ob das Unternehmen Staatshilfe beantragen werde. Tatsache sei, "dass wir hier riesige Verluste erleiden".

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7.15 Uhr: Betrieb an Flughäfen nimmt zu

Trotz der Luftraum-Sperre bis mindestens 14 Uhr nimmt der Betrieb auf den deutschen Flughäfen seit Dienstagmorgen zu. Die Deutsche Flugsicherung hatte am Montag die Sperrung des Luftraums wegen der isländischen Aschewolke verlängert, Flüge zu Sonderkonditionen aber erlaubt.

Die Lufthansa plant für den Tag 140 Flüge. In München will die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin ihr reguläres Programm wieder aufnehmen. Ein Flughafensprecher rechnete mit 457 Flügen, was etwa 40 Prozent eines normalen Flugtages entspreche.

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6.39 Uhr: Island-Vulkan spuckt weniger Asche

Der Gletschervulkan auf Island schickt kaum noch Asche Richtung Europa. Wie das Meteorologische Institut in Reykjavik am Dienstagmorgen mitteilte, ist der Vulkan unter dem Gletscher Eyjafjallajökull zwar weiter unvermindert aktiv. Er stößt aber immer mehr Lava statt Wasserdampf und Asche aus. Außerdem erreicht die Rauchsäule nur eine sehr geringe Höhe.

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Dienstag, 1.03 Uhr: Koalitionspolitiker kritisieren Ramsauer

Nach der Luftfahrtbranche haben auch Koalitionspolitiker Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer wegen des weiträumigen Flugverbots kritisiert. Der CDU-Obmann im Wirtschaftsausschuss, Andreas Lämmel, sagte der "Bild"-Zeitung, Ramsauer (CSU) müsse sich fragen lassen, wie die unterschiedlichen Bewertungen der Aschewolken in einzelnen Staaten zu erklären seien. Es dürfe nicht sein, dass Deutschland sich angesichts der immensen wirtschaftlichen Schäden vor allem im Tourismus allein auf Messungen berufe, die höchst umstritten seien.

FDP-Verkehrsexperte Horst Friedrich sagte der Zeitung, es sei zwar selbstverständlich, dass die Sicherheit vorgehe. "Aber der Verkehrsminister hat zu starr ausschließlich die Sicherheit im Blick und vernachlässigt die Probleme von den Leuten, die im Ausland darauf warten, endlich zurück zu kommen."

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22.34 Uhr: Flugverbote bis Dienstag 14 Uhr verlängert

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat die Sperrungen des deutschen Flugraums bis Dienstag 14 Uhr verlängert. Flüge nach Sichtflug sind nach Angaben der DFS aber von diesem Flugverbot ausgenommen, ebenso seien auch Nachtflüge möglich, wenn es die regionalen Bestimmungen zuließen.

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22.17 Uhr: Schweiz öffnet Luftraum ab Dienstagfrüh

Die wegen der Vulkanasche aus Island bestehende Luftraumsperre über der Schweiz wird am Dienstag aufgehoben. Ab 8 Uhr dürfen Flugzeuge wieder fliegen, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt mitteilte. Die Aschewolke liege zwar vorerst immer noch über der Schweiz, ihre Konzentration habe jedoch beträchtlich abgenommen. Testflüge und Messergebnisse hätten gezeigt, dass der Flugverkehr wieder aufgenommen werden könne.

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21.56 Uhr: Eyjafjallajökull spuckt nun auch Lava

Geologen haben in dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull am Montag erstmals seit seinem Ausbruch Lava gesichtet. Der Asche-Austoß sei deutlich zurückgegangen, sagte die Geologin Kristin Vogfjord vom isländischen Wetterdienst. Dies dürfte dem europäischen Flugverkehr zugutekommen. Allerdings warnen Forscher davor, dass der Ausbruch weitere Eruptionen bei umliegenden Vulkanen auslösen könnte.

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21.52 Uhr: Airlines pumpen offenbar Staat an

Deutsche Fluggesellschaften und Reisekonzerne haben einem Medienbericht zufolge wegen der Verluste durch die tagelangen Flugverbote bereits um Staatshilfen gebeten. Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, wurde bei dem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Montag um Geld gebeten. Offizielle Anträge seien allerdings noch nicht gestellt worden.

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21.48 Uhr: Air Berlin beförderte bereits 15.000 Passagiere

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin hat am Montag trotz der Sperrung des Luftraumes insgesamt rund 15.000 Passagiere befördert. "Nach derzeitigem Stand wird Air Berlin bis Mitternacht insgesamt 104 Flüge durchgeführt haben", teilte das Unternehmen mit. Für Dienstag seien "deutlich mehr" Flüge geplant.

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21.12 Uhr: Tui bringt 16 Flieger in die Luft

Der deutsche Reiseveranstalter Tui hat am Montagabend 16 Flugzeuge starten lassen, um rund 3000 gestrandete Urlauber aus der Türkei, den Kanarischen Inseln und Ägypten zurückzuholen. Sie sollen am frühen Dienstagmorgen in Hannover, Köln-Bonn und Stuttgart eintreffen. Bei den Flügen handelte es sich angesichts des Flugverbots um sogenannte kontrollierte Sichtflüge mit Sondergenehmigung.

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20.23 Uhr: 70 Prozent der Flüge ausgefallen

Nach Angaben der europäischen Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol sind am Montag etwa 70 Prozent der Flüge im Laufe des Tages ausgefallen. Nur rund 8700 der normalerweise 28.000 Verbindungen hätten stattgefunden. Im größten Teil Europas, und zwar in 14 Ländern, sei der Luftraum gesperrt gewesen. Nur in Süd- und Zentraleuropa konnten Flugzeuge starten und landen.

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19.48 Uhr: Höhere Feinstaubwerte

Wahrscheinlich als Folge des Vulkanausbruchs auf Island steigen nach Angaben des Umweltbundesamtes die Feinstaubwerte in einigen Regionen Deutschlands. So habe die gemessene Konzentration auf der am höchsten gelegenen Messstationen der Behörde auf der Zugspitze in 2650 Metern Höhe um das achtfache über dem langjährigen Mittelwert gelegen, teilte das Umweltbundesamt am Abend mit. "Mit großer Wahrscheinlichkeit geht der Anstieg auf die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull zurück", erklärte die Umweltbehörde.

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19.45 Uhr: Gratis-Spaß in SeaWorld

Trostpflaster für gestrandete Touristen: Florida-Urlauber aus Europa, die wegen der Aschewolke nicht nach Hause fliegen können, haben ab sofort freien Eintritt in den Vergnügungsparks der SeaWorld-Gruppe. Die Touristen dürften sich kostenlos für einen Tag die Zeit mit den Delfin- und Walshows in den Themenparks in Florida vertreiben. Das Angebot gilt zunächst bis Mittwoch - oder bis zur Wiederaufnahme der planmäßigen Flüge. Normalerweise kostet eine Tageskarte für SeaWorld in Orlando 68,95 Dollar (51 Euro).

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19.42 Uhr: Erster Lufthansa-Flieger auf dem Weg nach Berlin

Nach tagelangem Stillstand ist die erste Lufthansa-Maschine wieder vom Frankfurter Flughafen gestartet. Ziel war Berlin-Tegel, wo das Flugzeug gegen 20 Uhr landen sollte. Weitere Flüge sollten am Abend unter anderem in die USA, nach Afrika und Asien führen.

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19.10 Uhr: Erste Maschinen in Deutschland gelandet

Nicht nur die Lufthansa fliegt wieder: Am Drehkreuz Frankfurt landete als erstes eine Maschine des Ferienfliegers Condor, die aus der Dominikanischen Republik kam. In München landete eine Maschine von Air Berlin aus Palma de Mallorca.

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18.55 Uhr: Luftraum über Europa wird teilweise wieder geöffnet

Der Luftraum über Europa wird ab Dienstagmorgen 8 Uhr teilweise wieder geöffnet, wie EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Montagabend in Brüssel bekanntgab. "Ab 8 Uhr werden wir wieder mehr Flugzeuge am Himmel sehen", sagte Kallas im Anschluss an eine Videokonferenz der EU-Verkehrsminister. Nach französischen Regierungsangaben werden Sicherheitszonen eingerichtet, in denen die Gefahr durch die Aschewolke nicht so groß sei und Flüge unter strikten Sicherheitsauflagen genehmigt würden.

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17.52 Uhr: Air Berlin nimmt Flugbetrieb eingeschränkt wieder auf

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin nimmt wieder einen eingeschränkten Betrieb auf. Noch am Montag sollten mehrere Ziele im Inland, in Europa und in Übersee angesteuert werden, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte. Möglich sei dies nach einer Entscheidung der Deutschen Flugsicherung und des Luftfahrtbundesamts, wonach Passagierjets in Deutschland wieder im kontrollierten Sichtflug in niedrigerer Höhe fliegen dürfen.

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17.34 Uhr: Hamburg hebt Nachtflugverbot vorübergehend auf

Hamburg hebt das Nachtflugverbot vorübergehend auf. Sobald der deutsche Luftraum für den Flugverkehr wieder freigegeben ist, sollen in der Hansestadt zwei Nächte lang Maschinen starten und landen dürfen, teilte die staatliche Pressestelle am Montag mit. "Wir bitten die betroffenen Anwohner des Flughafens im Interesse der seit Tagen festsitzenden Fluggäste um ihr Verständnis", sagte Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL). In Hamburg gilt ein Nachtflugverbot zwischen 23.00 und 6.00 Uhr.

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17.24 Uhr: Vereinigung Cockpit lehnt Sichtflüge ab

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) lehnt die von der Lufthansa geplanten Sichtflüge ab. "Entweder der Luftraum ist sicher oder er ist es nicht", sagte ein Sprecher am Montag in Frankfurt. Offensichtlich wolle die Regierung nicht die Verantwortung für eine Öffnung des aschebelasteten Luftraums übernehmen. Es werde wegen des wirtschaftlichen Drucks nach Wegen gesucht, das Flugverbot zu umgehen

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17.17 Uhr: Britischer Luftraum öffnet am Dienstag teilweise

Der britische Luftraum wird am Dienstag teilweise wieder geöffnet. Von 7 Uhr (8 Uhr MESZ) dürfe über Schottland und Teile Nordenglands geflogen werden, teilte am Montag die britische Flugsicherung Nats mit. Die Lage verbessere sich "kontinuierlich". Da sich die Vulkanasche nach Süden verlagere, bestehe die Möglichkeit, dass auch Flughäfen in England und Wales - darunter auch in London - am Dienstag wieder den Betrieb aufnehmen könnten.

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16.09 Uhr: Testflug von British Airways zeigt keine Probleme

Ein Testflug der Fluggesellschaft British Airways (BA) über dem gesperrten Luftraum in Großbritannien hat keine Probleme gezeigt. Die derzeitigen pauschalen Flugverbote wegen der Vulkanasche seien daher "unnötig", kritisierte der Chef der britischen Airline, Willie Walsh, am Montag. Bei dem Flug habe es keinerlei Störungen gegeben. Alle vier Triebwerke der Maschine hätten normal funktioniert. Experten kritisierten die sogenannten Testflüge der Fluggesellschaften jedoch als "PR-Aktionen". "Die Leute werden in die Irre geführt", sagte Max Sukkhasantikul, Airline-Experte der Unternehmensberatung Frost & Sullivan. Die Maschinen hätten keinerlei Test-Ausrüstung an Bord und müssten sowieso an einen anderen Ort verlegt werden.

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16.08 Uhr: Deutsche Flughäfen bleiben geschlossen

Trotz der heftigen Kritik vieler Fluggesellschaften bleiben die deutschen Flughäfen geschlossen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) verlängerte das Flugverbot zunächst bis Dienstagmorgen um 2 Uhr. Die rigorosen Flugverbote wurden aber zum Teil etwas gelockert. So wollte die Deutsche Lufthansa mit Ausnahmegenehmigungen 15.000 Passagiere zurück nach Deutschland holen. Aus Asien, Nord- und Südamerika sowie Afrika dürften 50 Langstreckenflugzeuge starten, sagte eine Unternehmenssprecherin. Sie würden am Dienstag in Frankfurt, München und Düsseldorf erwartet. Die Maschinen würden im sogenannten kontrollierten Sichtflug fliegen, was von den Behörden genehmigt sei. Auch Air Berlin flog mit Ausnahmegenehmigungen Passagiere aus Mallorca nach Deutschland. Eine Maschine sei nach einem kontrollierten Sichtflug in München gelandet, sagte eine Unternehmenssprecherin. Ein weiterer Flug sei unterwegs.

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15.41 Uhr: Lufthansa holt 15.000 Passagiere nach Deutschland

Die Deutsche Lufthansa holt 15.000 gestrandete Passagiere nach Deutschland zurück. 50 Langstrecken-Jets würden in den nächsten Stunden in Nord- und Südamerika, Afrika und Asien starten. Sie sollen dann am Dienstagmorgen in Frankfurt, München und Düsseldorf landen, sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt.

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